Polenkönigin Richeza

Die berühmteste Klottenerin 
Als Power-Frau bringt Richeza den Weinbau und den Schiefer-Berbau nach Thüringen 



Polenkönigin Richeza   

Richeza entstammte einer bedeutenden rheinischen Adelsfamilie. Ihr Vater war der lothringische Pfalzgraf Ezzo. 

Die Ezzonen hatten ihren Stammsitz auf der Tomburg. Vielleicht wurde Richeza hier sogar geboren. Sicher ist zumindest, daß ihr Bruder Otto, Herzog von Schwaben, 1047 auf der Tomburg starb.
Durch ihre Mutter Mathilde, eine Tochter Kaiser Ottos II. und der Kaiserin Theophanu war Richeza mit dem Herrscherhaus der Ottonen verwandt. 

Richeza war die einzige Tochter des Pfalzgrafenpaares, die heiratete. Ihre Eheverbindung mit dem polnischen Herzogssohn Mieszko II. wurde im Jahre 1000 zur Bekräftigung der „Gnesener Vereinbarung“ zwischen Kaiser Otto III., einem Bruder von Richezas Mutter, und Herzog Boleslaus I., dem Tapferen, am Grab des hl. Adalbert in Gnesen beschlossen. 1013 fand die Hochzeit statt.

Unter Berufung auf die „Gnesener Vereinbarung“ und mit Zustimmung des Papstes krönte Boleslaus sich 1025 zum König von Polen. Als er noch im gleichen Jahr starb, ging die Königswürde auf Mieszko und Richeza über. Wenige Tage nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1034, kehrte Richeza in ihre rheinische Heimat zurück, Während ihrer Regierungszeit und der ihres Sohnes kamen zahlreiche geistig-kulturelle Einflüsse aus dem Rheinland in das Land zwischen Weichsel und Warthe, deren Spuren noch heute faßbar sind.  

Königin Richeza lebte von 1040 – 1047 in Klotten und ließ sich dort eine Kapelle und ein Haus bauen, das sie später „mit ihrem Gut Clotten“ dem Kloster Brauweiler bei Köln vererbte.
Aus dem väterlichen Erbe verblieben Richeza die Güter an Rhein und Mosel, aus dem mütterlichen Erbe dagegen das ?predium? (Salz) in Franken und nach dem Tode ihres Bruders Otto aus dessen Erbe der reiche Besitz in Saalfeld-Coburg in Süd-Thüringen. 

Richeza soll den ihr von der Mosel wohlbekannten Weinanbau dort an die Saale gebracht haben. 

Auch der heimische Moselschiefer-Bergbau soll sie ähnlich inspiriert haben. Nach neueren Informationen soll auf sie auch der dortige Thüringer Schiefer-Bergbau zurückgehen. 

Richeza ist 1063 in Saalfeld gestorben. Ihre Gebeine ruhen heute im Kölner Dom.