Landschaftsgeschichte

Landschaftsgeschichte Katzenberg

Ein berühmter Geologe entschlüsselt sie hier 1844


Das Nettetal vor 200 000 Jahren: Ein Lavastrom staut den Mayener See auf, die Nette formt malerische Talformen in das Schiefergebirge. 

Aus dem ehemaligen Ettringer Vulkan (Ettringer Bellerberg) entstammt der Mayener Lavastrom. 

Dieser Lavastrom endet direkt am Katzenberg. Die Aufschlüsse dort, auch in Folge des örtlichen Schieferbergbaus, erlaubten es schon früh, die geologische Landschaftsgeschichte zu entschlüsseln. 

Unmittelbar am Katzenberg konnte bereits 1844 der berühmte deutsche Geologe und Berghauptmann Heinrich von Dechen in einem Aufschluss für die Dachschiefer-Gewinnung die Auflagerung des Lavastroms auf Terrassenkiesen nachweisen. 



Der berühmte Geologe und Berghauptmann Heinrich von Dechen entschlüsselte am Katzenberg 1844 die Landschaftsgeschichte.

Diese Flusskiese und -sande zeigten, dass vor ca. 200.000 Jahren (sog. Mittelterrasse) vor heute die Nette etwa 8 – 10 m über ihrer heutigen Talsohle floss, und zwar noch in einem anderen Verlauf südlich über Kottenheim und Thür zur Pellenz.   

So zeichnete von Dechen die Geologie des Lavastroms am Katzenberg.

Der Mayener Lavastrom versperrte diesen Verlauf, und es entstand zunächst einmal ein Rückstausee (Mayener See) im heutigen Mayener Talkessel. Die Tone und Lehme dieser Seeablagerung waren dann später in der Römerzeit und im Mittelalter Rohstoffe für das überregional wichtige Ton- und Keramikgewerbe. 

Die Nette selbst verlagerte wegen des Lavastroms ihr Bett in die heutige Richtung und formte dabei die schluchtartigen Talformen zwischen Bernardshof, Katzenberg, Hausen und Trimbs/Welling („Trimbser Schweiz“) bis hin zur Burg Wernerseck bei Ochtendung. Diese Eintiefung wurde im Mündungsbereich noch durch die fortwährende Senkung des Neuwieder Beckens verstärkt.

Der Römische Schiefer-Steinbruch lieferte Dachschiefer aus dem Katzenberg-Lager für die Rundtürme der Höhenbefestigung und die Römer-Warte.   

Dieser geologischen Eintiefung der Nette verdankt die Moselschiefer-Lagerstätte ihre gute Zugänglichkeit. So fanden die Kelten und Römer schon vor über 2000 Jahren an steilen, vergleichsweise jungen Nettehängen frischen Dachschiefer, so auch im Bereich des Römer-Steinbruchs am Katzenberg in der Nähe des heutigen Moselschiefer-Bergwerks.


Der römische Schiefer-Steinbruch aus dem Fenster des Rundturmes.